Wie Corporate Governance Wert schaffen kann

In einer Discounted Cash Flow (DCF)-Bewertung wird der Unternehmenswert im Wesentlichen durch zwei Komponenten bestimmt:

  1. die erwarteten zukünftigen Free Cash Flows im Zähler
  2. die gewichteten Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) im Nenner

 

In früheren Beiträgen haben wir argumentiert, dass Corporate Governance die Fremdkapitalkosten senken kann. Fremdkapitalgeber bevorzugen Stabilität, Transparenz und geringe Ausfallrisiken. Bessere Governance kann daher das Kreditrisiko und damit letztlich den WACC reduzieren.

Corporate Governance kann jedoch auch den Zähler beeinflussen. Wie andere immaterielle Werttreiber kann Governance die langfristige wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens verbessern: Bessere Governance kann Managementversagen reduzieren, die Kapitalallokation verbessern und dazu beitragen, dass Kapital in Projekte mit positivem Kapitalwert (Net Present Value, NPV) investiert wird, d. h. in Projekte, die den Unternehmenswert tatsächlich erhöhen.

Dies ist wichtig, weil Wachstum allein keinen Wert schafft. Wachstum schafft nur dann Wert, wenn die Rendite auf das investierte Kapital (Return on Invested Capital, ROIC) über den Kapitalkosten liegt.

Corporate Governance kann daher über beide Seiten einer DCF-Bewertung Wert schaffen: durch einen tieferen WACC aufgrund geringerer Kreditrisiken und durch höhere erwartete Free Cash Flows infolge besserer Kapitalallokation und wertschaffenden Wachstums.

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