Warum Verwaltungsräte mehr sind als eine gesetzliche Pflicht

Die meisten Organisationen werden von einem Aufsichts- und Kontrollorgan geführt. Doch stellt sich die Frage: Sind Verwaltungsräte tatsächlich notwendig – oder lediglich eine gesetzliche Formalität?

Vier Beobachtungen unterstreichen ihre Relevanz:

1️⃣ Grösse: In der Schweiz schreibt das Gesetz lediglich ein einziges Verwaltungsratsmitglied vor. In der Praxis bestehen die Gremien börsenkotierter Unternehmen jedoch meist aus 7–8 Personen – und fast nie aus weniger als drei. Wären Verwaltungsräte bedeutungslos, würden die Aktionäre ihre Grösse verkleinern und Kosten sparen.

2️⃣ Macht: Bei feindlichen Übernahmen gehört es zu den ersten Schritten, den Verwaltungsrat auszutauschen. Dies verdeutlicht, wie zentral er für die zukünftige Ausrichtung eines Unternehmens ist. Ohne neue Mitglieder lassen sich grundlegende Veränderungen nicht durchsetzen.

3️⃣ Kapitalmärkte: Empirische Forschung zeigt, dass Aktienkurse häufig deutlich auf die Ernennung neuer Verwaltungsräte reagieren. Zudem bestehen nachweisbare Zusammenhänge zwischen der Zusammensetzung des Verwaltungsrats und der Unternehmensleistung. Überblicksstudien dazu finden sich bei Adams et al. (2010) (https://lnkd.in/eFCQejRJ) und Johnson et al. (2013) (https://lnkd.in/emHpT4ky).

4️⃣ Öffentliches Interesse: Scheitern Unternehmen, richtet sich die Aufmerksamkeit rasch auf den Verwaltungsrat. Dessen Handeln – oder Nichthandeln – prägt die öffentliche Wahrnehmung entscheidend.

Fazit: Verwaltungsräte sind weit mehr als eine gesetzliche Notwendigkeit – sie sind zentral für den Erfolg eines Unternehmens.

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